Nachdem ich im letzten Urlaub fremdgewandert bin, gibt es nun eine Fortsetzung nach bewährtem Konzept mit dem bewährten Reiseteam – nämlich Urlaub auf blauen Dunst mit Matze und mir.

Diesmal wollen wir 3 ½ Wochen den Osten Kanadas rund um die Großen Seen unsicher machen - ja natürlich, ist es klar, wenn wir die Großen Seen umrunden wollen, bleibt ein kurzer Abstecher in die USA nicht aus.

Wie immer an dieser Stelle der obligatorische Hinweis:

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie nachtanzen.

Arbeitstitel:

sight-See-ing - Kanna da oder Kanna da nich

oder

Nordamerikas Big 5

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Dienstag, 2. Juni 2015

01.06.15 Kingston – Sorel-Tracy



Hey, nach dem es an den letzten beiden Tage geregnet hatte, begann der heutige Tag – mit Regen. Na Super und lauschige 10°C.

Heute früh waren wir mal wieder auf der Suche nach Briefmarken. Dass es diese hier in den Drogerien gibt, wussten wir ja schon. Nur, wo war die nächste? Da wir uns großes Rumsuchen sparen wollten fragten wir gleich im Motel nach. 
Die Info: Gleich über die Straße an der Tanke – aha, das war gleich die erste Fehlinformation des Tages und es wurde immer besser. 
Der Typ dort wusste erst gar nicht was wir wollten. Als wir ihn dann entsprechend aufgeklärt hatten, was wir mit „stamps“ wollten, schickte er uns gleich mal zurück in die Richtung aus der wir kamen. Nee – so nicht. Wir wollten schließlich weiter und nicht zurück. Also nochmal. Dann gab er uns die eine Drogerie in unserer Richtung. 

Dort angekommen, war auch nichts zu bekommen. Die schickten uns dann auch mal eben über die Straße zur nächsten Drogenhandlung, wo wir dann endlich fündig wurden. 

Bevor wir Kingston verließen, wollten wir uns die Innenstadt mal näher ansehen, die im Reiseführer durch ihre Bauten als sehenswert deklariert war .Leider lud das Wetter nicht zu längerem Verweilen ein.

Kingston St. Mary´s Cathedral

Kingston Innenstadt

Kingston City Hall

Die heutige Route führte weiter entlang des St. Lorenz Stromes bis Gananoque, ab da der 1000 Island Parkway bis Cornwall.

St. Lorenzstrom

1000 Islands

Zwischendurch hielten wir noch in Prescot am Fort Wellington, welches die Schifffahrt auf dem Sankt Lorenz Strom im britisch-amerikanischen Krieg schützte. Sie ist eine der am besten erhaltenen Festungen des 19. Jahrhunderts in Kanada.

Fort Wellington

Bei Cornwall fuhren wir auf die Autobahn und ein Stück weiter kamen wir wieder in den Bundesstaat Quebec - und man merkte es gleich -  man wurde gleich wieder auf Französisch angesprochen. 

In Montreal überquerten bzw .unterfuhren wir den St. Lorenz Strom, natürlich nicht ohne eine gehörige Packung Stau mitzunehmen, es war schließlich Rushour. Dann weiter bis Sorel Tracy unserem heutigen Ziel. 

Mit über 400km war dies die längste Etappe unsere Tour.

In Sorel-Tracy wollten wir auf blauen Dunst die Übernachtungsmöglichkeit ansteuern, also ohne vorherige Buchung via Internet. Doch irgendwie war hier alles ganz anders.

Wenn man bisher die Hauptstraße entlangfuhr, kam man zwangsweise in die Gegend, wo sich sämtliche Motels und Lokale befanden, doch hier nicht. 
Wir irrten erst ein wenig durch die Ortschaft, bevor wir beschlossen uns eine Location mit Internetanschluss, in diesem Falle ein Tim Hortens, aufzusuchen und im Web zu recherchieren. Wir wurden dann auch recht schnell fündig, aber keines der üblich verdächtigen Motels. Wir mussten wieder ein Stück zurück etwas außerhalb von Sorel-Tracy. Da Motel war sehr schön gelegen, direkt am St. Lorenz Strom.

Motel am St.Lorenzstrom

Da ich keinen Bock mehr hatte großartig in der Gegend rumzusuchen. versuchten wir in einem Walmart in der Nähe unser Abendessen zu besorgen. Aber irgendwie war da nichts zu holen. Der Foodbereich war sehr übersichtlich, dafür war die Outdoorabteilung umso besser bestückt – also wie gesagt, es war hier alles etwas anders. 

Also ab zu nächsten Supermarkt, in dem wir dann fündig wurden. Erschwerend kam hinzu, dass hier alles auf Französisch gekennzeichnet ist – also nix mit zweisprachig in Staate Quebec..

Was mir hier in diesem Nest extrem aufgestoßen ist, ist die inflationäre-Verwendung von STOPP Schildern (in Quebec am ARRET zu erkennen). Das All-Way-Stopp ist ja allgemein bekannt – kurz zur Erläuterung: Wer zuerst an der Haltelinie ist, fährt, egal ob von rechts, links oder sonstwo.

Aber was die hier in dem Kaff praktizieren, geht gar nicht. An jeder Kreuzung und es gibt hier ne Menge, dieses All-Way-Stopp – auf 800m Strecke 7 mal Stopp und dann auf einmal kein All-Way Stopp, sondern nur Stropp auf den Nebenstraßen – da rechnet doch keiner mit. Ich habe den Eindruck die Stadtverwaltung lebt entweder einen Fetisch mit Stoppschildern aus oder hat einen Exklusivvertrag mit einem Schilderhersteller.

Ein Versuch die Innenstadt verkehrsarm zu gestalten fällt als Hintergedanke aus, da auch Radfahrer alle 100m anhalten müssen.

Jedenfalls fährt es sich extrem anstrengend, besonders wenn man den ganzen Tag unterwegs war und die Konzentration etwas auf der Strecke geblieben ist.

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