Nachdem ich im letzten Urlaub fremdgewandert bin, gibt es nun eine Fortsetzung nach bewährtem Konzept mit dem bewährten Reiseteam – nämlich Urlaub auf blauen Dunst mit Matze und mir.

Diesmal wollen wir 3 ½ Wochen den Osten Kanadas rund um die Großen Seen unsicher machen - ja natürlich, ist es klar, wenn wir die Großen Seen umrunden wollen, bleibt ein kurzer Abstecher in die USA nicht aus.

Wie immer an dieser Stelle der obligatorische Hinweis:

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie nachtanzen.

Arbeitstitel:

sight-See-ing - Kanna da oder Kanna da nich

oder

Nordamerikas Big 5

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Samstag, 6. Juni 2015

06.06.15 Montreal – Frankfurt



Heute sollte es ganz gelassen zurück nach Hause gehen. Da unser Flug erst 21:30 Uhr gehen sollte, hatten wir also den ganzen Tag irgendwie rumzukriegen. Montreal Innenstadt fiel aus. Den Stress wollten wir uns nicht noch einmal antun. Tja, und außerhalb fiel uns nur das Outlet in Mirabel ein. Dieser Ort der Ruhe und Gelassenheit und des letzten Geldausgebens erschien uns als geeignete Alternative. 

Doch zuvor Kofferpackung nochmal optimieren und dann ab zu Tim frühstücken.
Nach rund einer dreiviertel Stunde Fahrzeit erreichten wir gegen 11 Uhr das Centre. Von da an hieß es rumgammeln und Zeit verplempern. 

Eine Runde rum, ohne wirklich was zu suchen. Aber die Angebote und Preis waren nicht wirklich attraktiv. Da hatten wir in den USA besser Schnäppchen. 

Nach dem Mittag gingen wir noch eine Runde und hingen ein wenig in den Sitzecken rum, da auch das Wetter mit Sonne und 22°C dazu einlud.

 Halb 3 wurde es dann doch zu langweilig und wir fuhren zu Flughafen Trudeau. 

Auf dem Weg meldete sich die Tankanzeige unseres Wagens und schrie uns mit „Low Range“ an. Tja das war gepokert. Da eine Tankfüllung im Mietwagenpreis mit drin war, konnten wir den Wagen also leer abgeben. Und dem wollten wir auch gern so genau wie möglich nachkommen.
Mit wie viel Restinhalt wir ankamen wissen wir nicht, da bereits die Restreichweiteninformation ihren Dienst verweigert hatte. Die Kollegen von der Mietstation werden es dann mitbekommen – nur werden wir es nie erfahren.

Auf dem Flughafen dann das Standardprogramm: Einchecken, Koffer abgeben, Leibesvisitation, warten – noch 5h.

Ich nutzte die Zeit, um schon mal etwas den Blog schreiben, während Matze Video schaute.

05.06.15 Montréal



An diesem Freitag begann das Formel 1 Wochenende mit dem Großen Preis von Kanada. Heute ist freies Training. Auch wir wollten uns dieses Spektakel mal anschauen und spontan vorbeischauen – wo wir doch schon mal hier sind. 

Wir hatten bereits Anfang der Woche mit diesem Gedanken gespielt und bereits die Ticketverfügbarkeit gecheckt - zumindest für Freitag noch nicht ausverkauft.

9 Uhr fuhren wir los. 10 Uhr sollte Start sein. Der Verkehr bis zur Île Notre-Dame lief soweit flüssig. Kurz vor der Rennstrecke dann Stau. 
Von den Sicherheitskräften immer fleißig durch gewunken kamen wir irgendwann wir auf einem Parkplatz. Als wir ausstiegen kam ein Securityfahrzeug vorbei und der Typ erzählte uns, dass wir hier  nicht parken können und uns doch weiter draußen einen Parkplatz suchen sollten. Toll, das fällt denen jetzt auf. Hätten die uns doch gar nicht erst bis hierher lotsen brauchen. Wir also wieder ins Auto und weitersuchen und fanden nach einigem rumgekurve dann auch einen Parkplatz, aber was die hier an Parkgebühren aufriefen, fanden wir schon eine kleine Frechheit - 25Ca$ für den ganzen Tag auf der ganzen Insel. 

Aha…das war also der Große Preis von Kanada. 

Damit fiel auch unser Besuch im Biosphère flach, denn wir waren nicht gewillt den Preis nur für mal eine Stunde im Museum zu bezahlen. 

Also Plan B und ab in die City. Aber auch dort bekamen wir keinen Parkplätze – entweder voll oder Preise, die einem die Augen tränen ließen 2,50Ca$ für 20 min oder 20 – 25 Ca$ für den Tag. Zudem kam der verschärfte Verkehr, es ging teilweise nur im Schritttempo von Ampel zu Ampel (oder ARRET-Schild).

Mittlerweile war es Mittag und wir waren ein wenig genervt. Unseren letzten Tag hier hatten wir uns entspannter vorgestellt. Wir stellten schließlich unseren Wagen nach einigem rumirren im Zentrum in einem Parkhaus für 15 Ca$ Tagespauschale ab und gingen zu Fuß weiter.
Es war heute nicht nur ein erhöhtes Verkehrsaufkommen auf dem Straßen sondern auch auf den Fußwegen zu verzeichnen. 

Irgendwie war es nicht mehr so entspannt, wie wir es vor drei Wochen in Erinnerung hatten, wo es bis zum Nachmittag doch etwas gemächlicher zuging.

Trotz des ganzen Wuhlings oder vielleicht auch deswegen brachte man es noch fertig eine Straße abzusperren, um eine Promotionaktion von Porsche, Lamborghini und Tesla zu starten. Wird doch wohl nicht mit dem Formel1 Wochenende  zusammenhängen?

Wir gingen in die Altstadt, aber auch hier war man in erwartungsvollem Treiben auf die zahlenden Formelgäste. Es wurden die Sonnenterassen hergerichtet, teilweise sogar noch zusammengenagelt oder auch die Sport-Souvenir-Kollektion ausgebreitet.

Wir konnten dem irgendwie nichts so richtig abgewinnen und trabten ab.

Auf dem Rückweg wollten einen Abstecher zum Olympiazentrum machen. Auf dem Weg dorthin begann es zu Regen wie aus Eimer und unser Besuch landete in demselben.
Wir begnügten uns mit einer fahrenden Runde um das Stadion. 

Für unser letztes Abendmahl hier in Kanada genügte uns ein schnelles Essen zum Mitnehmen von Subway und ThaiExpress.

Dann hieß es Koffer packen und den Wagen entmüllen, es hatte sich im Laufe der Wochen einiges angesammelt.

Donnerstag, 4. Juni 2015

04.06.15 Québec – Montreal-Est



Das Wetter sonnig bei 22°C.

Von Québec aus ging es auf der Nordseite des Sankt-Lorenz-Stromes nach Montréal. Da ich in Québec eine Ausfahrt verpasst hatte, ereilte uns das ARRET Dilemma von Sorel. Ein Haufen kleine Gassen, natürlich Einbahnstraßen, und alle mit ARRET-Schildern geschmückt. 

Wie gesagt, diese Stoppschildregelung ist hier in Kanada und USA gängig, besonders in kleineren Ortschaften bzw. Vororten, aber was die in diesem Bundesstaat abziehen – ohne Worte.

Dann irgendwann hatten wir die Schikanen hinter uns und waren wieder auf Kurs. Der historische Königsweg - Chemin du Roy (Hwy 138) - folgt weitestgehend dem Uferverlauf und gibt des Öfteren den Blick auf den Strom frei. Viele kleine Ortschaften mit mitunter recht monumentalen Kirchen säumen den Weg.



Ein Stück hinter Trois-Rivières kamen wir an den Lac Saint-Pierre, ein 10km breiter und 35km langer See. 

Lac Saint-Pierre

Lac Saint-Pierre

Lac Saint-Pierre

Sankt-Lorenz-Strom bei Sorel-Tracy (gegenüberliegendes Ufer)

Gegen 4 Uhr erreichten wir unser Motel im Montréal-Est, einer Enklave im Stadtgebiet von Montreal.

Am frühen Abend fuhren wir die Mainstreet einmal hoch und runter auf der Suche nach einer geeigneten Location für´s Abendessen – bei St Hubert wurden wir fündig.

Doch zuvor sollte der nahliegende Walmart heimgesucht werden. Auch hier war es, wie schon in Sorel, ein Luftnummer - hauptsächlich NonFood. Da muss der québec´sche Walmart was mit seiner Angebotspalette etwas nicht mitbekommen haben.

03.06.15 Québec



Das Wetter heute Morgen war recht freundlich. Nicht, dass es sommerlicher Züge angenommen hätte, aber zumindest regnete es nicht mehr und hatte 13°C. Und die Aussichten standen gar nicht schlecht, dass es sich in die richtige Richtung entwickeln würde.

Als Erstes machten wir unserem Motelbetreiber klar, dass wir noch einen Tag hier verbringen wollten – kein Thema.

Dann ab in die Stadt. Unseren Wagen stellten wir in der Altstadt für schnäppchenhafte 4Ca$/h ab und gingen zu Fuß weiter.

Durch kleine Gassen und Treppen schlichen wir auf die Anhöhe der Oberstadt.
Nach kurzer Zeit erreichten wir Hôtel de Ville, das städtische Rathaus und dem gegenüber Notre-Dame de Québec.


Gassen in der Altstadt

Gassen in der Altstadt

Notre-Dame de Québec

Hôtel de Ville

Ein paar Schritte weiter kamen wir zum Château Frontenac, einem Luxushotel und zentralen Gebäude im Stadtbild Québecs. Über eine laaange Treppe ging es zur Dufferin-Terrasse, von wo man einen sehr schönen Ausblick über die Stadt und den Sankt-Lorenz-Strom hat.
Mittlerweile kam auch die Sonne zum Vorschein und es fühlte sich schon ein wenig sommerlich an.

Chateau Frontenac

Blick über die Stadt von der Dufferin-Terrasse



Anschließend entlang der Stadtmauer zur Zitadelle von Québec, einer sternförmigen Festungsanlage, wo wir auch einen kurzen Blick hineinwarfen, aber auf eine geführte Tour keinen so richtigen Bock hatten.

Zitadelle von Québec

Auf dieser Runde kamen wir am Stadttor vorbei, ein Stück durch die Straßen der Unterstadt und zurück zum Rathaus und Notre-Dame de Québec. Dort warfen wir noch einen Blick ins Innere der Kathedrale. 

ein Stadttor

Straßen der Unterstadt

Notre-Dame von innen

Notre-Dame de Québec

Es war kurz nach Mittag und es ging weiter durch die Unterstadt, durch kleine Gassen mit Bars, Restaurants, Boutiquen und kleinen Trödelläden.

Die Mittagspause legten wir am Place Royale in der Unterstadt ein Dieser Platz wurde aufwändig restauriert und ist die Stelle ältester französischer Besiedlung im heutigen Québec.
Im dem Cafe fragte Bedienung kurz nach unserer Herkunft – Germany - und dann ging es auf Deutsch weiter – na, es geht doch.

Place Royale

Place Royale mit Notre-Dame-des-Victoires

Aufgrund des Wetters hatten wir draußen niedergelassen. Kurz darauf nahm jemand am Nebentisch Platz und fragte ebenfalls woher wir kämen und schon bekamen wir, auf Englisch, einen Monolog des Einheimischen. Mir blieb nur bejahendes Nicken.

Die französische Fassade bröckelt eine wenig – Bedienungen die deutsch sprechen, Einheimische, die von selbst englisch reden, keine französischen  Autos fahren - wir sind eben doch auf dem Nordamerikanischen Kontinent.

Zum Nachmittag fuhren wir zum Wasserfall Chute-Montmorency. Auch hier sind natürlich Parkgebühren von12Ca$ zu entrichten. Ich glaube, wir haben auf dieser Tour mehr Kosten für Parkgebühren gehabt als für Übernachtungen.

Zum Wasserfall selbst hat man 3 Möglichkeiten hinzukommen. Erstens, man fährt für rund 11Ca$ mit der Seilbahn. Zweitens, man läuft hinauf über eine steile Treppe mit gefühlten 300.000 Stufen. Übrigens ist diese bei den Fitnessfans hier sehr beliebt – die joggen hier stundenlang hoch und runter.

Drittens, man nimmt das Auto, wenn man weiß, wie man hochkommt. Wir wußten es zu diesem Zeitpunkt nicht, ergo nahmen wir die …. Treppe. Wir waren ja heute schon im Training.
Oben angekommen sahen wir, dass hier oben eine Art Park war, der natürlich mit dem Auto anzufahren ist.

"die Treppe" von unten

"die Treppe" von oben
der Matze ... na ja




Tja Wissen ist Macht und Nichtwissen … läßt einen Treppensteigen.

Wir nahmen es sportlich und machten die Runde mit dem Abstieg komplett.

Damit ist unser Pensum Treppensteigen ist für die nächsten Wochen erfüllt.

Im Anschluss fuhren wir noch Stück auf dem Hwy 138, in der Annahme noch etwas Flusslandschaft mitnehmen zu können. Aber wirklich sehenswert war da nichts Autobahn halt mit dichter Bewucherung des Ufers. 

Zum Abendessen fuhren wir noch ein bisschen rum und landeten schließlich wieder bei Mikes.