Nachdem ich im letzten Urlaub fremdgewandert bin, gibt es nun eine Fortsetzung nach bewährtem Konzept mit dem bewährten Reiseteam – nämlich Urlaub auf blauen Dunst mit Matze und mir.

Diesmal wollen wir 3 ½ Wochen den Osten Kanadas rund um die Großen Seen unsicher machen - ja natürlich, ist es klar, wenn wir die Großen Seen umrunden wollen, bleibt ein kurzer Abstecher in die USA nicht aus.

Wie immer an dieser Stelle der obligatorische Hinweis:

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie nachtanzen.

Arbeitstitel:

sight-See-ing - Kanna da oder Kanna da nich

oder

Nordamerikas Big 5

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Montag, 13. Juli 2015

Schlusswort / Fazit



Diese Tour war verglichen mit den anderen Reisen vieleicht nicht ganz so abwechslungs- und erlebnisreich. Nur standen hier die Großen Seen auf dem Plan und dementsprechend gestaltet sich die Route. Dies war auch ein echt straffes Programm, besonders wenn man bedenkt, dass wir in den 3 ½ Wochen 5500km zurückgelegt hatten.

Aber auf jeden Fall war wieder alles dabei: Natur und Kultur, Action und Spannung, Spaß und jede Menge Kopfschütteln.      

Ich hoffe, dieser Blog hat euch ein wenig unterhalten und vielleicht die Motivation geweckt, selbst einmal auf Entdeckungstour zu den Großen Seen nach Kanada und USA aufzubrechen. Fragen, Wünsche, Anregungen und Kommentare können gern bei mir oder Matze abgegeben werden.

Hinweise



Der Verkehr ist Kanada und USA vergleichbar. Die gleiche tranige Fahrweise. Nur wird in Kanada km, km/h und Liter gemessen, im Gegensatz zu den USA, die mit Meilen und Gallonen hantieren. 

Zu beachten sind die regionalen Regeln z.B. beim Rotrechtsabbiegen. In Kanada normalerweise bei Rot verboten, in Ontario erlaubt. In Michigan erlaubt eine blinkende Rotampel sogar das Linksabbiegen unter Beachtung des Gegenverkehrs. Man muss also die Augen offenhalten und beobachten, was so die anderen Verkehrsteilnehmer machen.

Im Bundesstaat Quebec heißt das Stop auf dem Stopschild „ARRET“.

In Kanada wird beim FullService das Tanken von einem hilfsbereiten Tankstellenangestellten für einen geringeren Aufpreis übernommen (ist im ausgewiesenen Spritpreis mit drin).

Beim SelfService kann man hingegen ein paar Cent/Liter sparen, wenn man sich selbst die Hände schmutzig macht. Aber als tankgeübter und serviceverwöhnter Deutscher sollte das kein Problem sein

Eigentlich ist Kanada zweisprachig also französisch und englisch. Allerdings wird Ontario das Französisch ignoriert, wie in Quebec das Englisch. Man wird hier zwar als Erstes auf Französisch angesprochen, aber wenn man etwas hilflos schaut und auf Englisch antwortet geht es meist problemlos.  

Das leidige Thema Steuer. Wie in den USA ist der ausgewiesene Preis der Nettopreis. Es kommen also die Steuern, abhängig vom Bundesstaat, oben drauf. Bei uns bewegte es sich zwischen 10-13%. So richtig sind wir nicht dahinter gestiegen.

Samstag, 6. Juni 2015

06.06.15 Montreal – Frankfurt



Heute sollte es ganz gelassen zurück nach Hause gehen. Da unser Flug erst 21:30 Uhr gehen sollte, hatten wir also den ganzen Tag irgendwie rumzukriegen. Montreal Innenstadt fiel aus. Den Stress wollten wir uns nicht noch einmal antun. Tja, und außerhalb fiel uns nur das Outlet in Mirabel ein. Dieser Ort der Ruhe und Gelassenheit und des letzten Geldausgebens erschien uns als geeignete Alternative. 

Doch zuvor Kofferpackung nochmal optimieren und dann ab zu Tim frühstücken.
Nach rund einer dreiviertel Stunde Fahrzeit erreichten wir gegen 11 Uhr das Centre. Von da an hieß es rumgammeln und Zeit verplempern. 

Eine Runde rum, ohne wirklich was zu suchen. Aber die Angebote und Preis waren nicht wirklich attraktiv. Da hatten wir in den USA besser Schnäppchen. 

Nach dem Mittag gingen wir noch eine Runde und hingen ein wenig in den Sitzecken rum, da auch das Wetter mit Sonne und 22°C dazu einlud.

 Halb 3 wurde es dann doch zu langweilig und wir fuhren zu Flughafen Trudeau. 

Auf dem Weg meldete sich die Tankanzeige unseres Wagens und schrie uns mit „Low Range“ an. Tja das war gepokert. Da eine Tankfüllung im Mietwagenpreis mit drin war, konnten wir den Wagen also leer abgeben. Und dem wollten wir auch gern so genau wie möglich nachkommen.
Mit wie viel Restinhalt wir ankamen wissen wir nicht, da bereits die Restreichweiteninformation ihren Dienst verweigert hatte. Die Kollegen von der Mietstation werden es dann mitbekommen – nur werden wir es nie erfahren.

Auf dem Flughafen dann das Standardprogramm: Einchecken, Koffer abgeben, Leibesvisitation, warten – noch 5h.

Ich nutzte die Zeit, um schon mal etwas den Blog schreiben, während Matze Video schaute.

05.06.15 Montréal



An diesem Freitag begann das Formel 1 Wochenende mit dem Großen Preis von Kanada. Heute ist freies Training. Auch wir wollten uns dieses Spektakel mal anschauen und spontan vorbeischauen – wo wir doch schon mal hier sind. 

Wir hatten bereits Anfang der Woche mit diesem Gedanken gespielt und bereits die Ticketverfügbarkeit gecheckt - zumindest für Freitag noch nicht ausverkauft.

9 Uhr fuhren wir los. 10 Uhr sollte Start sein. Der Verkehr bis zur Île Notre-Dame lief soweit flüssig. Kurz vor der Rennstrecke dann Stau. 
Von den Sicherheitskräften immer fleißig durch gewunken kamen wir irgendwann wir auf einem Parkplatz. Als wir ausstiegen kam ein Securityfahrzeug vorbei und der Typ erzählte uns, dass wir hier  nicht parken können und uns doch weiter draußen einen Parkplatz suchen sollten. Toll, das fällt denen jetzt auf. Hätten die uns doch gar nicht erst bis hierher lotsen brauchen. Wir also wieder ins Auto und weitersuchen und fanden nach einigem rumgekurve dann auch einen Parkplatz, aber was die hier an Parkgebühren aufriefen, fanden wir schon eine kleine Frechheit - 25Ca$ für den ganzen Tag auf der ganzen Insel. 

Aha…das war also der Große Preis von Kanada. 

Damit fiel auch unser Besuch im Biosphère flach, denn wir waren nicht gewillt den Preis nur für mal eine Stunde im Museum zu bezahlen. 

Also Plan B und ab in die City. Aber auch dort bekamen wir keinen Parkplätze – entweder voll oder Preise, die einem die Augen tränen ließen 2,50Ca$ für 20 min oder 20 – 25 Ca$ für den Tag. Zudem kam der verschärfte Verkehr, es ging teilweise nur im Schritttempo von Ampel zu Ampel (oder ARRET-Schild).

Mittlerweile war es Mittag und wir waren ein wenig genervt. Unseren letzten Tag hier hatten wir uns entspannter vorgestellt. Wir stellten schließlich unseren Wagen nach einigem rumirren im Zentrum in einem Parkhaus für 15 Ca$ Tagespauschale ab und gingen zu Fuß weiter.
Es war heute nicht nur ein erhöhtes Verkehrsaufkommen auf dem Straßen sondern auch auf den Fußwegen zu verzeichnen. 

Irgendwie war es nicht mehr so entspannt, wie wir es vor drei Wochen in Erinnerung hatten, wo es bis zum Nachmittag doch etwas gemächlicher zuging.

Trotz des ganzen Wuhlings oder vielleicht auch deswegen brachte man es noch fertig eine Straße abzusperren, um eine Promotionaktion von Porsche, Lamborghini und Tesla zu starten. Wird doch wohl nicht mit dem Formel1 Wochenende  zusammenhängen?

Wir gingen in die Altstadt, aber auch hier war man in erwartungsvollem Treiben auf die zahlenden Formelgäste. Es wurden die Sonnenterassen hergerichtet, teilweise sogar noch zusammengenagelt oder auch die Sport-Souvenir-Kollektion ausgebreitet.

Wir konnten dem irgendwie nichts so richtig abgewinnen und trabten ab.

Auf dem Rückweg wollten einen Abstecher zum Olympiazentrum machen. Auf dem Weg dorthin begann es zu Regen wie aus Eimer und unser Besuch landete in demselben.
Wir begnügten uns mit einer fahrenden Runde um das Stadion. 

Für unser letztes Abendmahl hier in Kanada genügte uns ein schnelles Essen zum Mitnehmen von Subway und ThaiExpress.

Dann hieß es Koffer packen und den Wagen entmüllen, es hatte sich im Laufe der Wochen einiges angesammelt.

Donnerstag, 4. Juni 2015

04.06.15 Québec – Montreal-Est



Das Wetter sonnig bei 22°C.

Von Québec aus ging es auf der Nordseite des Sankt-Lorenz-Stromes nach Montréal. Da ich in Québec eine Ausfahrt verpasst hatte, ereilte uns das ARRET Dilemma von Sorel. Ein Haufen kleine Gassen, natürlich Einbahnstraßen, und alle mit ARRET-Schildern geschmückt. 

Wie gesagt, diese Stoppschildregelung ist hier in Kanada und USA gängig, besonders in kleineren Ortschaften bzw. Vororten, aber was die in diesem Bundesstaat abziehen – ohne Worte.

Dann irgendwann hatten wir die Schikanen hinter uns und waren wieder auf Kurs. Der historische Königsweg - Chemin du Roy (Hwy 138) - folgt weitestgehend dem Uferverlauf und gibt des Öfteren den Blick auf den Strom frei. Viele kleine Ortschaften mit mitunter recht monumentalen Kirchen säumen den Weg.



Ein Stück hinter Trois-Rivières kamen wir an den Lac Saint-Pierre, ein 10km breiter und 35km langer See. 

Lac Saint-Pierre

Lac Saint-Pierre

Lac Saint-Pierre

Sankt-Lorenz-Strom bei Sorel-Tracy (gegenüberliegendes Ufer)

Gegen 4 Uhr erreichten wir unser Motel im Montréal-Est, einer Enklave im Stadtgebiet von Montreal.

Am frühen Abend fuhren wir die Mainstreet einmal hoch und runter auf der Suche nach einer geeigneten Location für´s Abendessen – bei St Hubert wurden wir fündig.

Doch zuvor sollte der nahliegende Walmart heimgesucht werden. Auch hier war es, wie schon in Sorel, ein Luftnummer - hauptsächlich NonFood. Da muss der québec´sche Walmart was mit seiner Angebotspalette etwas nicht mitbekommen haben.